Sperma-Fetisch: Wenn Ejakulat für Erregung sorgt

Frau im BH gießt sich eine Flasche Milch über die Brust
Wer einen Sperma-Fetisch hat, steht auf Ejakulat. Foto: lightfieldstudios - 123RF.com

Die Frage nach Schlucken oder Spucken stellt sich waschechten Sperma-Fetischisten nicht. Sie lieben Ejakulat und würden keinen Tropfen vergeuden. Sperma-Fetisch ist aber nicht gleich Sperma-Fetisch! Wir verraten, was hinter der Vorliebe für den süßen Saft steckt, was Sperma mit BDSM zu tun hat und wie man seinen Fetisch ausleben kann.

Was ist ein Sperma-Fetisch?

Ein Sperma-Fetisch ist eine sexuelle Vorliebe oder Neigung, bei der jemand sexuelle Erregung oder Befriedigung durch sein eigenes Sperma oder das einer anderen Person erlebt. Dieser Kink kann auf verschiedene Weisen ausgelebt werden. Der Sperma-Fetisch hängt davon ab, ob die Person die glitschige Konsistenz, den speziellen Geruch, den individuellen Geschmack oder sexuelle Aktivitäten mit Sperma an sich erregend findet. 

Einige Sperma-Fetischisten stehen auch auf die Darstellung und Verwendung von Sperma in Pornos. Manchmal reicht die bloße Vorstellung richtig heißer Sperma-Spiele schon aus, damit Kinkster auf Touren kommen. Laut einer Studie des US-amerikanischen Sozialpsychologen Justin Lehmiller haben mehr Männer (79 Prozent) als Frauen (65,5 Prozent) sexuelle Fantasien mit Ejakulat. 

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Was steckt hinter dem Fetisch für Sperma?

Wer keine ausgeprägte Vorliebe für Körperflüssigkeiten dieser Art hat, fragt sich, was an Sperma so erregend sein kann. Die Antwort darauf liefert Sexpertin Yella Cremer im Interview mit Bild: „Die Lust darauf lässt sich in zwei Kategorien einteilen: Die einen mögen den Geruch oder das Gefühl auf der Haut. Für andere liegt der Kick in der Symbolik: Sie zelebrieren Sperma zum Beispiel als Geschenk für einen gelungenen Höhepunkt beim Sex“. Für einige Sperma-Fans ist Ejakulat das ultimative Symbol für Fruchtbarkeit und damit verbunden Intimität und Bindung. 

Frau in Fetisch Latexoutfit schüttet sich einen Teller Milch über den Kopf
Beim BDSM wird der Sperma-Fetisch bspw. so ausgelebt, dass der Dom seine Sub nach Belieben vollspritzt. Foto: goldeneden – 123RF.com

Auch in Sachen dunkler Erotik wird die Vorliebe für Spermien ausgelebt. Sperma ist im BDSM ein beliebtes Mittel der Wahl, um die Fronten klarzumachen, wenn es um Dominanz und Unterwerfung geht. Während bspw. der Sklave zum Lustgewinn seiner Herrin das eigene Sperma schlucken muss, lässt sich die devote Sub von ihrem Dom mit Sperma bespritzen – wie es ihm beliebt. 

Der Reiz am Sperma-Fetisch

Wenn es nicht um Machtgefälle geht, dann haben Frauen mit der Vorliebe fürs männliche Ejakulat meist allgemein eine große Freude an der Sexualität ihres Partners. So beschreibt es auch ein User im Joyclub-Forum: „[…] Wenn eine Frau meine Sexualität dann dermaßen mag, dass sie sogar alle Aspekte von meinem eigenen Höhepunkt mag und erregend findet, dann ist das für mich ein unglaubliches Gefühl. Anschaulich wird das eben am ehesten per Gesicht oder Schlucken. Und es ist eben komplett anders als wenn ich komme und im Hinterkopf weiss, dass sie das was ich da gerade ‚produziere' ziemlich ekelhaft findet.“ 

Eine Userin ergänzt: „[…] Mich kickt primär das heiße Gefühl auf meinem Körper kombiniert mit dem Wissen, dass mein Partner gerade auf Wolke 7 angekommen ist. Da kommt der Reaktionsfetisch in mir hoch. Und ja, ohne den kann ich tatsächlich nicht. Hat mein Partner Spaß, habe ich den auch, sofern die Spiele nicht voll gegen meine eigenen Neigungen laufen. […]“ Beim Sperma-Fetisch geht es oft primär um den sichtbaren, spürbaren und geschmacklichen Ausdruck der sexuellen Ekstase des Partners. 

Wie der Sperma-Fetisch als Sexpraktik ausgelebt wird

Die hautstraffende Wirkung von Samenflüssigkeit ist aber kaum der Grund, warum „Bukkake“ bei Sperma-Fetischisten so beliebt ist. Kaum ein Porno mit mehr als zwei Personen kommt ohne die Praktik aus, bei der mehrere Männer auf das Gesicht einer Frau spritzen. Anderer Körperteil, aber ähnliches Prinzip: Der sogenannte „Creampie“. Hier ejakuliert der Mann in die Vulva oder den Anus der Frau und fängt anschließend das heraus tropfende Sperma ein. 

Frau bekommt Milch ins Gesicht geschüttet
Beim Cumshot wird meist in das Gesicht der Frau ejakuliert. Foto: konradbak – 123RF.com

Ähnlich läuft es auch beim „Cumshot“, bei dem der Mann auf einen Körperteil seiner Wahl ejakuliert – besonders beliebt ist das Gesicht. Etwas unbekannter ist „Gokkun“, bei dem das Sperma aus einem Gefäß getrunken wird. Fast schon romantisch ist dagegen „Snowballing“, bei dem eine Person Sperma im Mund sammelt, um es dem Partner dann bei einem Zungenkuss zu „übergeben“. 

Sperma als Allrounder: Gekocht oder als Gesichtscreme

Samenflüssigkeit ist recht leicht zu bekommen – wenn man nicht genug produziert, kann man auf künstliches Sperma zurückgreifen. Fake-Sperma bekommt man im Sexshop seines Vertrauens oder stellt es selbst her. Frisches Natur-Ejakulat hält sich ungefähr eine halbe Stunde, bevor es ranzig wird. Eine Idee, um länger etwas davon zu haben, ist es zu kochen. Mit dem Nährwert hat das allerdings nichts zu tun, denn das Eiweiß im Ejakulat verschwindet beim Kochen – es geht also eher um den Kick, dass im Essen das eigene oder fremde Sperma enthalten ist. Wem spontan kein Rezept einfällt, greift zu einem der Sperma-Kochbücher, die es auf dem Markt gibt. 

Einige Sperma-Liebhaber schwören auch auf die Verwendung als Anti-Aging-Creme für das Gesicht. Klingt skurril? Soll aber wirken, denn Sperma enthält Spermidin, das den Zellen im Wachstum und bei der Produktion von Protein und Nukleinsäure hilft. Das Ergebnis: Die Haut wirkt straffer und Pickel und Rötungen werden minimiert. 

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