Schwanger durch Lusttropfen? So gefährlich ist Präejakulat wirklich

Kann man durch Lusttropfen schwanger werden
Viele fragen sich, ob man von Lusttropfen schwanger werden kann. Foto: Garna Zarina, Margo Basarab - Shutterstock.com

Wer sich beim Sex darauf verlässt, dass „er” ihn schon rechtzeitig rauszieht, riskiert eine ungewollte Schwangerschaft – theoretisch. Aber kann man vom Lusttropfen, dem Präejakulat, wirklich schwanger werden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit während des Eisprungs und hilft in dem Fall die Pille danach? Wir sind der Frage nach der Schwangerschaft durch Lusttropfen auf den Grund gegangen.

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Der Lusttropfen und die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden

Der Lust- oder Glückstropfen (Präejakulat) ist ein klares Sekret, das vor dem großen Finale aus dem Penis austritt. Das Präejakulat nutzt dieselbe Rennbahn wie das Ejakulat. Anders als das, wird der Vorsaft aber nicht in den Hoden, sondern in zwei kleinen Drüsen neben der Prostata produziert.  Wozu? Der Lusttropfen neutralisiert den pH-Wert der Harnröhre. Das ist wichtig, damit die Spermien freie Bahn haben.

Kurzum: Im Präejakulat sind eigentlich keine Spermien enthalten. Und trotzdem gibt es ein geringes, aber reelles Risiko, vom Lusttropfen schwanger zu werden. Für den Worst Case müssen ein paar ungünstige Faktoren zusammenkommen:

1. Im Lusttropfen müssen aktive Spermien enthalten sein. Das Präejakulat wird zwar nicht in den Hoden gebildet, kann aber trotzdem Spermien enthalten. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich noch Spermien aus einer vorherigen Ejakulation in der Harnsamenröhre befinden, die dann mit ausgespült werden. Eine andere These ist, dass bei Erregung Sperma aus den Nebenhoden in die „Leitung” gelangt. 

2. Das Präejakulat muss in feuchtem Zustand in die Vagina gelangen, damit es überhaupt zu einer Befruchtung kommen kann. Außerhalb des Körpers überleben Spermien nur wenige Stunden, wenn die Samenflüssigkeit nicht trocknet. Auf Bettlaken und Handtüchern trocknet das Sperma und die kleinen Schwimmer sterben innerhalb weniger Minuten ab.

3. Die Wahrscheinlichkeit, durch Lusttropfen schwanger zu werden, erhöht sich ohne die Einnahme der Pille am Tag des Eisprungs oder kurz davor – ergo muss man die fruchtbaren Tage erwischen. In diesem Zeitraum ist das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft durch ungeschützten Sex generell besonders hoch. 

Dieses Restrisiko ist auch der Grund, warum Experten und Mediziner von der Rauszieh-Methode, also Coitus interruptus, als Verhütungsmethode abraten. Durch die Verwendung der Pille oder eines Kondoms kann man durch den Lusttropfen nämlich nicht schwanger werden. 

Bis zu 18 Prozent der Frauen werden durch die Rauszieh-Methode schwanger

Auf die Frage, zu wieviel Prozent man durch Lusttropfen schwanger werden kann, gibt eine Studie von Contraception, einer internationalen Zeitschrift zum Thema Fortpflanzung eine Antwort: Die Rauszieh-Methode, bei der zwar Lusttropfen, jedoch kein Sperma bei der Penetration austritt, sei fast genauso wirksam wie Kondome in Sachen Schwangerschaftsverhütung. 

Der Pearl-Index von Coitus interruptus liegt nämlich bei korrekter Durchführung bei 4 und bei nicht korrekter laut dieser Analyse bei 18 Prozent. Zum Vergleich: Der Pearl-Index von Kondomen liegt zwischen 2 und 17 Prozent. Der Unterschied ist gering. Allerdings schützt die Rauszieh-Methode nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Aids, Tripper und Pilzinfektionen. 

Frau wird durch Lusttropfen schwanger
Bis zu 18 Prozent der Frauen werden Statistiken zufolge durch die Rauszieh-Methode beim Sex schwanger. Foto: 4 PM production – shutterstock.com

Bis 2019 gab es verschiedene Statistiken zu Schwangerschaften durch Lusttropfen, die belegten, ob und wie viele Spermien überhaupt im Lusttropfen enthalten sind. In zwei der Analysen wurden bei den Teilnehmern keine Spermien im Präejakulat nachgewiesen. In einer Studie waren bei 16 Prozent der Proben Spermien enthalten. In einer weiteren Studie wurden 40 Proben untersucht, wovon 11 Spermien enthielten. 

Allerdings kommt es nicht auf die Menge, sondern auf die Schnelligkeit der Spermien an, wie Gynäkologe Dr. Rüdiger Schug von der Universitätsmedizin Mainz im Spiegel-Interview bestätigt: „Ja, Frauen können allein durch den Lusttropfen schwanger werden. Entscheidend ist dabei nicht so sehr die Menge an Samenzellen, die der Mann produziert, sondern ihre Schnelligkeit.” Ob Frauen, die mit Coitus interruptus verhütet haben, vom Lusttropfen oder Ejakulat schwanger geworden sind, lässt sich nicht genau feststellen. 

So verhindert man eine Schwangerschaft durch den Lusttropfen

Wer sich zeitgleich vor einer Schwangerschaft und vor Geschlechtskrankheiten schützen will, sollte beim Sex zu Kondomen greifen. Die hauchdünnen Pariser sollten am besten auch beim Handjob oder Vorspiel zum Einsatz kommen, denn so kann das Präejakulat nicht an die Hände und Finger gelangen und seinen Weg in die Vagina finden. Sonst können Lusttropfen tatsächlich schwanger machen. Gründliches Händewaschen geht natürlich auch, stört aber den Sexdrive.

In festen Beziehungen und/oder nach regelmäßigem Test gegen sexuell übertragbare Krankheiten eignen sich auch die Anti-Baby-Pille, das Diaphragma, die Kupfer- oder Hormonspirale, die Dreimonatsspritze oder die NFP-Methode (natürliche Familienplanung) zur Verhütung. 

Frau sollte sich definitiv nicht darauf verlassen, dass er ihn schon rechtzeitig rauszieht, denn diese Verhütungsmethode erfordert ein sehr gutes Körpergefühl und jede Menge Vertrauen. Der Sexpartner muss nämlich erkennen, wann der Lusttropfen im Anmarsch ist, und das ist im Eifer des Gefechts gar nicht so leicht. Diese Methode ist also nur etwas für geübte Liebhaber oder Paare, für die eine Schwangerschaft keine Katastrophe wäre. 

Real Talk: Wer wurde schwanger durch Lusttropfen?

Durchstöbert man verschiedene Foren nach Erfahrungsberichten zu der Frage „Kann man von Lusttropfen schwanger werden?”, wird klar, dass der ein oder andere durch einen Glückstropfen entstanden oder schwanger geworden ist. In der Urbia-Community berichtet Userin babymuetzchen: „Ich bin entstanden durch den Lusttropfen bzw. wollten meine Eltern mit Coitus interruptus verhüten … Hat wohl nicht geklappt”, und theres1979 kommentiert: „Ich, letztes Jahr. Nur anfangs ein paar Minuten war er in mir … Haben es dann gestoppt, da zu gefährlich. Das hatte schon gereicht.”

Schwanger durch Lusttropfen
Erfahrungsberichten zufolge wurden schon einige Frauen durch Lusttropfen schwanger. Foto: SeventyFour – Shutterstock.com

Im Rund-ums-Baby-Forum teilen die Mitglieder auch ihre Erfahrungen zum Thema Lusttropfen und Schwangerschaften. Userin lila281 schreibt: „Ich persönlich habe mit meinem Partner über zwei Jahre so „verhütet”, weil ich keine Hormonpräparate wie die Pille wollte. Nachdem wir uns also sicher waren, dass eine mögliche Ss für uns okay wäre, haben wir das also bis zum Kinderwunsch so praktiziert.” Ihr Zyklus sei allerdings regelmäßig und sie habe an fruchtbaren Tagen zusätzlich verhütet. Als alleinige Methode empfiehlt sie das aber nicht. 

Und Userin LaMadeira hat zum Thema eine eigene, aber schlüssige Theorie: „Im Lusttropfen ist meist nur noch ein Spermarest, wenn dein Partner nach dem letzten Orgasmus nicht auf der Toilette beim Pinkeln war. Normalerweise spült der Urin die Reste aus der Harnröhre raus. Dann ist im nächsten Lusttropfen mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Spermium enthalten.” Gefährlich sei die Sache nur, wenn man zweimal hintereinander Sex hat und der Partner nicht auf die Toilette geht. 

Wer keinen Drahtseilakt wagen will, eine Schwangerschaft um jeden Preis verhindern möchte und sich vor Geschlechtskrankheiten schützen will, sollte andere Verhütungsmethoden verwenden als die Rauszieh-Methode. Der Lusttropfen kann, muss aber nicht zu ungeplantem Nachwuchs frühschwanger gewordenen. 

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