Falsche Erwartungen und Versagensängste beim Sex: Experte warnt vor Folgen von übermäßigem Porno-Konsum

Foto Collage Mann schaut im Dunkeln Pornos am PC und Gavin Sexton
Sexperte Gavin Sexton (r.) warnt vor den Folgen von übermäßigem Pornokonsum. Foto: dmitrimaruta - 123RF.com, Lovebetter GmbH

Pornos regieren das Internet und das Online-Business mit XXX-Inhalten boomt nicht erst seit OnlyFans. Doch der verhältnismäßig unkomplizierte Zugriff auf Pornos kann auch seine Schattenseiten haben, erklärt ein Experte. Durch die heißen Filme läuft es bei einigen Männern im Bett eher schlecht.

Pornos sind heute selbstverständlich 

Obwohl nur selten darüber gesprochen wird: Masturbation ist normal. Bereits mit Beginn der frühen Pubertät fangen Jungen damit an, die eigene Sexualität kennenzulernen. Viele schauen jedoch schon früh Pornos beim Masturbieren, was im Verlauf der Entwicklung der Sexualität problematisch sein kann.

Gavin Sexton leitet mit der Lovebetter GmbH ein Team aus Sexualtherapeuten, Psychotherapeuten und Coaches, welche Störungen durch übermäßigen Pornokonsum behandeln. Er weiß: Pornos vermitteln oft ein falsches Bild von Sex und Sexualität.

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„Pornografie konditioniert junge Männer stark dazu, vor allem auf visuelle Stimuli zu reagieren und zeigt ein überzeichnetes Bild vom Sex“, sagt der Experte. Der Druck auf Männer steigt: Sie wollen beim Liebesspiel unbedingt eine Performance wie die Darsteller in den Filmen hinlegen. Und genau dieser Leistungsdruck kann ihnen schaden.

Männer sind häufig visuell überreizt

Man denke sich eine Zeit vor der überall und jederzeit zugänglichen Pornografie: Noch vor wenigen Generationen waren die eigenen sexuellen Erfahrungen für die meisten Menschen beinahe gänzlich auf den eigenen Sex beschränkt. Heute hingegen sind Männer in einer einzigen „Masturbationssitzung“ mehr visuellen Reizen ausgesetzt, als ihre Vorfahren es in ihrem gesamten Leben waren.

Entsprechend soll es Männern heute schwerer fallen, andere Reize zu verarbeiten: haptisch, sensorisch und emotional. Die Folge sind Erektionsprobleme oder sogar die Unfähigkeit, überhaupt Lust zu verspüren.

Pornos vermitteln falsches Bild von Sex

Wer zu früh mit der Selbstbefriedigung vor dem Bildschirm anfängt, lernt laut den Experten gar nicht erst, sich auf die eigene Gefühlswelt einzulassen. Anstatt die Lust im Inneren zu suchen, wird sie außen, auf dem Bildschirm, gesucht.

Auch die Art des Sex in Pornos hilft da nicht weiter: Der meist penetrative Akt läuft vor der Kamera eher mechanisch ab. Noch dazu sind die Darsteller häufig mit überdurchschnittlich durchtrainierten Körpern und übergroßen Geschlechtsorganen überzeichnet.

Schäden durch Pornokonsum sind heilbar

Während der Grundstein für Probleme im Sexleben schon oft in der Pubertät gelegt wird, ist es jedoch im Erwachsenenalter noch möglich, Sex neu zu erlernen. Das kann das eigene Sexleben deutlich verbessern, schließlich ist es oft gar nicht der Pornosex, der von Partnern überhaupt gewünscht ist.

Für viele Menschen zählen im Bett eigentlich Intimität und emotionale Nähe. Gavin Sexton und sein Team von Lovebetter geben deshalb Entwarnung: Obwohl die Konditionierungen und Limitierungen bei Männern oft tief sitzen, können sie mit dem richtigen Ansatz leichter aufgelöst werden, als man annehmen möchte.

Text: Nils

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