Dirty Talk: Darum sind schmutzige Gespräche ein Muss beim Sex!

Dirty Talk beim Sex
Dirty Talk sorgt beim Sex für einen zusätzlichen Kick. Foto: gpointstudio - Shutterstock.com

Sex Talk, Adult Talk oder Erotik Talk: Dirty Talk hat viele Namen, kickt das Sexleben und beflügelt die Fantasie. Wer seinen Partner allein mit Worten scharf machen will, sollte die Kunst der Verbalerotik unbedingt beherrschen. Aber warum ist Dirty Talk so erregend und wie kann man Dirty Talking lernen? Hier gibt es Tipps rund ums Thema „How to talk dirty”.

Lies auch: Dirty-Talk-Beispiele: Das sind die 55 schmutzigsten Sprüche fürs Bett

Was ist Dirty Talk?

Sexy Dirty Talks sind schmutzige Gespräche, die man vor oder beim Liebesspiel führt. Das Ziel: den anderen nur mit Worten in einen Hormonrausch katapultieren. Beim Dirty Talk reichen jedoch Tier- oder Kosenamen nicht aus, um den Partner in Ekstase zu versetzen. Für einen geilen Dirty Talk müssen Kontext und Stimmung passen. Dirty-Talk-Sprüche können erotisch oder auch gewagt und richtig schmutzig sein. Sie können leise ins Ohr geflüstert werden oder als deutliche Message, zum Beispiel als Befehl beim BDSM-Spiel, benutzt werden. 

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Mann bei Verbalerotik mit seiner Frau
Verbalerotik regt im passenden Kontext und mit der richtigen Stimmung die erotische Fantasie des Partners an. Foto: kiuikson – Shutterstock.com

Aber warum macht Dirty Talk im Bett die meisten Menschen so an? Der Autor und Parship Single- und Beziehungsexperte Eric Hegmann kennt die Antwort: „Sex spielt sich nicht nur auf der körperlichen Ebene ab. Die Fantasie ist ein wichtiger Faktor im Bett und Worte können diese hervorragend anregen.” Der Experte ergänzt jedoch, dass schmutziger Sex-Talk nicht für jeden geil ist und durchaus als respektlos empfunden werden kann. 

Für Freunde der frivolen Verbalerotik ist es hingegen ein sinnliches Spiel, bei dem man sich öffnet und die Kontrolle abgibt – mit positivem Effekt für die Beziehung und das Liebesleben.

Dirty Sex-Talk: Der Ton macht die Lust

Alle Dirty-Talk-Anfänger können aufatmen: Im Grunde geht es nicht so sehr darum, was man beim Sex sagt, sondern wie. Natürlich  sind raffinierte Zweideutigkeiten besser als platte Sprüche – dennoch darf es gerne unter die Gürtellinie gehen, wenn der Ton passt. 

Die sogenannte Bett-Stimme ist der Schlüssel zum Lustzentrum: Sie wird hörbar, wenn man an tiefe Töne denkt, die man dem anderen halblaut zuraunt. Dabei atmet man aus und spricht in einen Seufzer hinein. Den Effekt der Bett-Stimme spürt man besonders beim Dirty Talk am Telefon oder per WhatsApp-Sprachnachricht.

Wie dirty darf es sein?

Versauter Dirty Talk à la „F*** mich” oder „Ich will sofort mit dir schlafen” kickt total und triggert einen Grusel-Effekt im Gehirn. Der wird aktiviert, wenn „verbotene” Wörter in der eigenen Sprache im Sprachsensor ankommen. Zweideutige Sprüche oder Sätze beim Dirty Talk lösen ein Schaudern im Sensor aus und die Impulse gelangen sofort ins Sexzentrum des Gehirns. Dadurch brodeln die Hormone und die Erregung kocht hoch. 

Der Sprachsensor springt sogar an, wenn man statt Dirty Talk auf Deutsch eine andere wohlklingende und einigermaßen geläufige Sprache verwendet, wie ein englisches „Oh, fu*k me!” oder ein französisches „Donne-moi, bébé!” (Gibs mir, Baby!). Vielleicht hat der Partner sogar eine ganz besondere Vorliebe für bestimmte Fremdsprachen. 

In einer Straßenumfrage von der Community CAM4 meint ein junger Mann, dass deutscher Dirty Talk eine echte Katastrophe ist. Aber auf Englisch ist es gut. 

Eine junge Frau erzählt, was sie total abtörnt und wo klare Grenzen überschritten werden: „Wenn jemand einfach kommt und meint „Ich will dich von hinten nehmen”, denke ich nur: Geh weg!” Übergriffigkeit ist nicht dirty, sondern ein No Go!

Wann und wo kommt Erotik Talk richtig gut an?

Anregende Verbalerotik hat dank der vielen Pornos zum Thema Dirty Talk einen Imageschaden abbekommen. Sätze wie „Bück dich, du Stück!” ziehen Sex-Talks eher ins Lächerliche und schrecken viele ab, weil sie sich abgewertet fühlen. Dabei kann Dirty Talk mit den richtigen Worten unglaublich erregend sein – und das nicht nur beim Sex.

Frivole Worte funktionieren in verschiedenen Situationen: beim Vorspiel oder beim Sex, um sich gegenseitig zu pushen, bis die Erregung kaum mehr auszuhalten ist. Dirty Talk funktioniert auch im Alltag, indem man sich immer wieder heiße Gedanken zuflüstert oder dem Penis beziehungsweise der Vulva des Partners Kosenamen gibt. 

Wer keinen Talk-Partner hat oder seine frivolen Gedanken nicht gleich mit diesem teilen möchte, der kann sich in Dirty-Talk-Apps oder Chats austoben und Erfahrungen sammeln. Neben dem Klassiker Telefonsex sind auch immer mehr User an Dirty Talk via Sexchat oder Sexcam interessiert.   

How to talk dirty: Tipps für Anfänger

Sexualtherapeutin, Autorin und Dirty-Talk-Fan Barbara Keesling verrät im gofeminin-Interview, dass sie noch nichts kennengelernt hat, was eine größere Veränderung des Sexlebens von Menschen bewirkt hat als Dirty Talk: „Wer erotisch miteinander spricht, erlebt den Sex ganz anders.” Und Dirty Talk lässt sich lernen, wenn man sich traut, dem Partner zu zeigen, worauf man steht.

Beim Dirty Talk gilt: In der Ruhe liegt die Lust

Mann und Frau haben Dirty Talk Sex
Dirty Talk erfordert Übung und Fingerspitzengefühl. Foto: LightField Studios – Shutterstock.com

Besonders für Dirty-Talk-Anfänger gilt: Wer bis jetzt eher schweigsam war beim Sex oder den Partner mit süßen Kosenamen wie „Schatzi” oder „Prinzessin” angesprochen hat, sollte nicht sofort auf „Schlampe” und „Drecksau” umsteigen, sondern erst ausloten, worauf der Partner steht. Um zu wissen, was man beim Sex sagt oder eher lässt, braucht es Fingerspitzengefühl.

Am besten liest man gemeinsam etwas Erotisches oder lässt sich von einem Dirty-Talk-Porno inspirieren. Zum Beispiel von deutschen Dirty-Talk-Pornos, die ein anregender Appetizer sind und sich auch zur expliziten Dirty-Talk-Masturbation eignen. Am besten übt man vorab auch seine Bett-Stimme, damit die Sache heiß rüberkommt und nicht wie ein PowerPoint-Vortrag. 

Heißer Dirty Talk, den Männer und Frauen lieben

Direktheit und kleine Tabubrüche sind entscheidend für geilen Dirty Talk. Man sollte daher keine langen Sätze oder gar den Konjunktiv (also Spekulationen oder Würde-Formulierungen) verwenden. Fragen à la „Darf ich dich lecken?” sind nicht annähernd so heiß wie „Ich will dich jetzt lecken!”. Direkte Dirty-Talk-Sprüche wie „Dein Schwanz fühlt sich so gut an“ oder „Du leckst/bläst so gut!” ziehen am besten.

Der Fantasie sind beim Dirty Talk keine Grenzen gesetzt, wenn es für beide okay ist. Am besten legt man eine Wort-Ampel fest. Mit dieser definiert man „grüne” Worte, die beide heiß machen, „gelbe” Dirty-Talk-Wörter, die okay sind, aber nicht kicken. „Rote” Wörter sind abtörnend oder triggern sogar negativ. Zum Dirty Talk üben, kann das von großer Bedeutung sein. 

Verbalerotik für jede Situation

Frau hat am Handy Dirty Talk über Whatsapp
Auf der Arbeit kann man sich versaute Nachrichten schicken und so den Partner auf ein reales Treffen heiß machen. Foto: Oleg Elkov – Shutterstock.com

Dirty Talk muss nicht nur beim Sex oder im Bett stattfinden. Besonders erregend ist es, wenn man nicht sofort im Hormonrausch übereinander herfallen kann. Unterwegs kann man sich schmutzige Gedanken ins Ohr flüstern und die Vorfreude auf zuhause steigern – etwa durch schöne Aussichten wie „Ich freu mich aufs Dessert – zuhause.” 

Auf der Arbeit kann man sich frivole Dirty-Talking-SMS oder sexy Whatsapp-Chatnachrichten schreiben, um den Partner heiß zu machen. Dirty-Talk-Nachrichten für sie und ihn sind ein heißes Warm-up bis zum nächsten Wiedersehen.

Beim Online-Dirty-Talk im Büro kann man den anderen richtig scharf machen: „Kann es kaum erwarten, Dich heute Abend in mir zu spüren.“ Wer es oldschool mag und beim Dirty Talk gerne schreibt, kann Post-its verwenden. Auf den kleinen Klebezetteln kann man dem Partner sexy Texte hinterlassen wie „Ich lecke Dich nachher, bis Du kommst“. 

Dirty Talk und BDSM

Wenn man weiß, wie Dirt Talk funktioniert, können versaute Worte nicht nur erregen, sondern auch erniedrigen. Im BDSM-Kontext ist das auch gewollt. Man objektiviert und demütigt damit seinen Spielpartner und nutzt die verbale Erniedrigung bei Dominanzspielen. Oft nutzen Dominas und Femdoms Dirty Talk als Wichsanleitung für ihre Sklaven. 

Wer Dirty Talk im Rahmen von BDSM probieren will, sollte sich trotzdem an die Basics der Dirty-Talk- Anleitung halten und sich Schritt für Schritt an Grenzen und Tabus herantasten.

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